Zügel

Zügel

Manchmal kommt es vor, dass ich genau weiß, was ich möchte, es das aber nicht genau so zu kaufen gibt. Dann ist wieder einmal basteln angesagt. So geschehen bei meinen Zügeln.

Ich wollte geschlossene Zügel in einer bestimmten Länge und Breite aus Fettleder. Da wir im Gelände öfter mal klettern müssen, wollte ich ein System, mit dem man ein Zügelende schnell vom Trensenring lösen kann, ohne den Karabiner direkt am Trensenring zu haben. Die Zügelenden sollen schön griffig sein, ohne dass man sich daran weh tun kann. Das brauche ich zum Beispiel in unwegsamen Gelände, wenn ich ein Stück voraus gehe und Tammi anschließend nachhole. Den Zügel nutze ich dann als extralangen Führstrick, so habe ich Tammi sicher am Strick, ohne dass ich Gefahr laufe, zwischen ihre Hufe zu geraten, wenn sie rutscht, stolpert oder eine Steigung oder einen umgestürzten Baum mit einem beherzten Hüpfer bewältigt.

So sieht mein fertiger Fettlederzügel aus. Seit ein paar Wochen im Einsatz und wir sind sehr zufrieden damit. Nur die losen Enden an der Flechtung habe ich noch gekürzt und mit einer Buchschraube fixiert, da sie sich negativ auf die Zügelführung ausgewirkt haben.

Und weil sie so schön geworden sind, hat mein Mann auch Fettlederzügel bekommen:

Das Fettleder und die Buchschrauben habe ich in sehr schöner Qualität bei Petsam gekauft. Die Zaumkarabiner sind von LENNIE-Equipment. Hier gibt es eine gute Auswahl von verschiedenen Größen. Die Idee mit der Befestigung am Trensenring stammt von der Sattlerei Tradere. Ich habe ein Paar ganz wunderbare offene Seilzügel aus der Sattlerei Tradere, die mit diesem System befestigt werden.

Bevor ich überhaupt irgendwas bestellt habe, habe ich mir einige Videos von „Hundesachen selber machen“ angesehen, hier werden die verschiedenen Flechttechniken sehr schön erklärt. Danach habe ich Zeichnungen angefertigt, wie die fertigen Zügel aussehen sollen. Besonders bei geschlossenen Zügeln ist es sehr wichtig, sich vorher Gedanken darüber zu machen, was wo durchgezogen werden muss, damit man nicht in die Verlegenheit gerät, eine fertige Flechtung samt Karabiner durch einen kleinen Schlitz im Fettleder zwängen zu müssen.

Für die Zügel in Cognac habe ich 5m Fettleder und vier Buchschrauben mit 7mm und zwei mit 10mm Schaft benötigt. Die 10mm braucht man, wenn das Leder 3-lagig fixiert werden muss. Außerdem zwei D-Ringe und zwei Zaumkarabiner.

Für die schwarzen Zügel waren es 4m Fettleder, zwei Zaumkarabiner und 4 Buchschrauben mit 7mm Schaft. Es lohnt sich, gleich ein 10er Pack Buchschrauben zu kaufen, das Zügel-basteln macht leider süchtig 😉

Ich hatte vorab Fettleder-Farbmuster bestellt, diese und die Reste von meinem ersten Zügel habe ich genutzt, um das Flechten zu üben. Bei mir sind die Schlitze im Leder jeweils 2cm lang, der Abstand zwischen den Schlitzen beträgt je 1,5cm. Ganz wichtig für eine schöne Flechtung ist es, dass die Schlitze genau in der Mitte des Fettleders sitzen. Die Buchschrauben habe ich zum Schluss mit etwas farblosem Nagellack, den ich auf das Gewinde aufgetragen habe, fixiert. Das ist billiger als Schraubensicherung aus dem Baumarkt, mal schauen, ob es genauso gut hält.

Ponywandern

Ponywandern

Eine schöne Möglichkeit, mit allen Lieben zusammen etwas zu unternehmen, ist das „Ponywandern“, d.h. ein ausgedehnter Spaziergang mit Kindern und Pferden. Wir haben es an einem schönen Tag im Juli ausprobiert und es war ein voller Erfolg! Für alle, die das gerne nachmachen möchten, hier meine Erfahrungen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und welche Ausrüstung ihr braucht.

Die Teilnehmer: wir waren 4 Erwachsene, 2 Kinder (2 1/2 und 3 Jahre alt) und 2 Ponies (Haflinger und PRE, 11 Jahre alt). Diese Konstellation ist absolut ideal.
Es gab pro Pferd und Kind je einen Erwachsenen und so konnte jeder sich in Ruhe seinem einen „Schützling“ widmen. Selbst das bravste Pferd muss geführt werden und auch das netteste Kind macht mal eine Spritztour ins Unterholz oder muss zur unpassendsten Zeit Pipi. Da ist es schon toll, wenn keiner sich vierteilen muss, um alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen.
Jeder der Kinder hat weiß, dass bei so einer Aktion ein Spielkamerad dabei sein muss, sonst kommt beim Kind ganz schnell Langeweile auf und mit quengelndem Kind macht nix mehr Spaß.
Wir sind in der luxuriösen Lage, zwei Pferde zu haben, so kann man Kinder und Picknick schön verteilen, muss nichts selbst tragen und zu zweit döst es sich auch viel besser währen die Menschen picknicken.

Die Strecke: wir hatten einen Weg von knapp 6 km im Wald gewählt. Entlang der Strecke lagen drei kleine „Attraktionen“: eine Quelle zum Trinken für Mensch und Tier, ein Naturfreundehaus mit Pferdeanbindeplatz für das Mittagessen und ein Walderlebnisspielplatz zum Austoben für die Kids.
Für kleine Kinder sind 6 km eine gute Strecke, wir waren zurück, bevor die Beiden zu müde waren. Mit einkalkulieren sollte man kleinere Umwege, wenn man die Gegend nicht in- und auswendig kennt oder ein Orientierungs-Genie ist. Eine Karte auf Papier wäre nicht schlecht gewesen. Ich verwende gerne die App „AllTrails“, allerdings passiert es häufig, dass das Handy weder Netz noch ein GPS Signal findet und dann steht man ewig an einer Kreuzung und entscheidet sich am Ende doch irgendwie nach Gefühl…
Der Wald hat den Vorteil, dass er ganz gut gegen alle möglichen Witterungen schützt, es wird nicht zu heiß und leichten Wind hält er auch gut ab.

Die Ausrüstung: Mein Haflinger-Mädchen hatte ihr Wanderreithalfter an, da ich mit beiden Pferden zum Treffpunkt geritten bin und ich so gut zwischen Reiten mit Trense und führen und Anbinden mit Halfter wechseln konnte. Am Treffpunkt wurde der Sattel gegen ein dickes Lammfell/Wildleder-Pad getauscht, dazu ein Voltigiergurt. Der Volti-gurt ist für kleine Kinder perfekt, sie können sich richtig gut festhalten. An alle eingearbeiteten D-Ringe hatte ich Karabiner gemacht, mit diesen wurden noch ein paar Kleinigkeiten befestigt:
– Ein Notfall-Ersatz-Knotenhalfter
– Eine Magic-Brush
– Eine kleine Sprühflasche Fliegenspray
– Ein Ersatzhufschuh
– Ein Faltschüssel zum Tränken
Und natürlich war meine Ausreitpacktasche mit dem kompletten Inhalt dabei.

Unser „Packpferd“ hatte ein gefaltetes Woilach (Schweizer Armeedecke aus Wolle) auf dem Rücken, darüber einen Longiergurt. Aus drei Tragetasche hatte ich eine Ruckzuck-Packtasche genäht, die auf dem Woilach lag und am Longiergurt befestigtwar. In die beiden seitlichen Taschen kam zuunterst je eine Flasche Wasser, darüber gleichmäßig verteilt Kunststoffgeschirr, ein paar Brezeln und Tupperdosen. In die mittlere Tasche, die im Bereich der Wirbelsäule aufliegt, kam dann nur noch die Picknickdecke, ein paar Windeln und Wechselklamotten, also weich und leicht. Selbst als Bonni sich kräftig geschüttelt hat, ist nichts verrutscht oder rausgefallen.
Da Bonni „nur“ Handpferd war, bzw. geführt wurde, hat ein einfaches Stallhalfter mit einem langen Baumwollstrick völlig gereicht.

Da wir hier viele Bremsen haben, war natürlich noch die komplette Schutzausrüstung am Pferd: Fliegenmütze, Fliegen-/Fransendecke und Fliegenspray. Das ist aber regional nach Bedarf zu handhaben.

Faktor Zeit:
Wie viel Zeit plant man für so eine Ponywanderung ein? Hier unser Ablauf:
8:00 Uhr Picknick einpacken
9:00 Uhr Pferde putzen und vorbereiten
10:00 Uhr losreiten
10:30 Uhr am Treffpunkt eintrudeln, Reitpferd absatteln, Packpferd bepacken (diese halbe Stunde fällt natürlich weg, wenn man direkt am Stall startet)
11:00 Uhr Abmarsch
12:30 Uhr Ankunft am Picknickplatz, Pferde grasen lassen (ggf. tränken), Kinder über den Spielplatz jagen, Picknick vorbereiten. Hier macht es sich wirklich bezahlt, wenn genügend Erwachsene dabei sind. Pferde sicher anbinden und kurz durchatmen, was essen!
13:30 Uhr den Rückweg antreten
14:15 Uhr nochmal Zwischenstopp an einem anderen Spielplatz, um die Laune der Kids oben zu halten
15:15 Uhr zurück am Treffpunkt. Reitpferd satteln, Picknickreste und Kinder im Auto verstauen. Damit rechnen, dass die Kinder sofort komatös einschlafen.
16:00 Uhr Zurück am Stall, Pferde versorgen, kurz ausruhen.
18:00 Uhr Das Sattelzeug ist geputzt und verräumt, das Geschirr in der Spülmaschine, Kind ist wieder wach und topfit. Das wird ein langer Abend. Gut, dass so ein toller Tag einem einen ordentlichen Schub Extra-Energie verschafft 🙂

Die Bastelanleitung für die Ruck-Zuck-Packtasche:

Als Ausgangsmaterial habe ich drei Tragetaschen verwendet, zwei im Quer- und eine im Hochformat. Wichtig ist, dass sie einen Boden haben und nicht ganz flach sind. Die Farbgestaltung ist natürlich Geschmackssache, ich habe das genommen, was ich gerade da hatte.
An der gestrichelten Linie werden die Taschen zusammengenäht und es werden 4 Klettbänder aufgenäht.
Von hinten (also die Seite, die später zum Pferdepopo zeigt).
Von Vorne: hier werden die Befestigungsbändchen für den Longiergurt angenäht. Ich habe dafür unter Anderem die abgeschnittenen Tragegriffe von den Taschen verwendet, es geht aber alles, was sich gut nähen und knoten lässt. Die Anzahl und Abstände entsprechen den Ringen am Longiergurt. Bei mir waren es deutlich mehr Bändchen, als auf dem Bild gezeichnet sind.
So sieht es am Pferd aus (wie gesagt, die Farben habe ich mir jetzt nicht direkt so ausgesucht…). Die zwei Tragegriffe der seitlichen Taschen haben wir zur Stabilisierung verknotet und dann den „Deckel“, also den oberen Teil der mittleren Tasche, darüber geklappt und mit dem Klett geschlossen.

Kinder und Pferde sind wohlbehalten und ohne Verletzungen oder Druckstellen nach Hause gekommen. Trotzdem muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob er sein Kind auf ein Pferd setzen möchte und ob und wie er seinem Pferd Taschen auf den Rücken schnallt. Soll heißen: das hier beschriebene hat für uns und unsere Zwecke gut funktioniert, aber ich übernehme keine Gewähr, wenn jemand es nachmacht und irgendwas passiert!

In der Verbandszeitschrift der VFD „Pferd & Freizeit“ habe ich den nachfolgenden Artikel „Sinnvolle Ausrüstung für das Horse-Hiking“ von Tina Boche entdeckt, der sehr schön zu meinem kleinen Erfahrungsbericht passt und ihn perfekt ergänzt. Ich freue mich sehr, den Artikel mit freundlicher Genehmigung der VFD Bayern (http://www.vfd-bayern.de/) hier anfügen zu dürfen.

Schnurgurt

Kürzlich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem die Vorteile des Schnurgurtes ausführlich beschrieben werden.

Meinen Schnurgurt nutze ich seit vier Monaten und kann dem voll und ganz zustimmen. Tammi und ich haben schon eine Reihe von Gurtungen und Gurten ausprobiert und der Schnurgurt ist der Erste, mit dem Tammi sich kommentarlos gurten lässt. Bei allen anderen Gurten hat sie, trotz redlicher Bemühungen meinerseits, meist böse geguckt und auch mal ärgerlich den Kopf gedreht. Dabei habe ich wirklich alles gegeben: verschiedene TTouches in der Gurtlage, besonders sanftes angurten in mehreren Schritten, ich war schon kurz davor, das Pony auf Magenprobleme untersuchen zu lassen… Der Schnurgurt hat (bis jetzt) die Lösung gebracht!

Nur hatte ich bisher das Problem, dass das Ende des Off-Billet auf der rechten Seite baumelt und mich stört, weil es dabei gelegentlich gegen mein Bein oder meinen Fuß kommt. Doch auch dieses Problem habe ich nun elegant gelöst. Ich habe ein dünnes Bändchen um eine Schnur des Schnurgurtes gelegt, dann durch das letzte Loch des Off-Billet gezogen, einen Knopf eingefädelt und das Bändchen verknotet. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach. Vielleicht kann ein Bild Klarheit schaffen.

Mein Fazit: zeigt das Pony Unmut beim Gurten, ist der (zugegebenermaßen teure) Schnurgurt aus Naturfasern einen Versuch wert. Ich habe meinem Mann und seiner Stute jetzt auch einen bestellt.

Malstunde

Meine Tochter und ich haben zusammen gezeichnet. Die Pony-Umrisse habe ich jeweils vorgezeichnet und Thekla hat ausgemalt. Besonders gut gefällt mir das „Pony im Regen“.

Wir haben viel Spaß dabei und man kann sich seine kleinen Traumwelten zeichnen. Zum Beispiel eine ganze Pony-Ausstattung, inspiriert von wunderschönen Stoffen aus Guatemala.

Basteln für die dunkle Jahreszeit

Gestern habe ich reflektierende Schnürsenkel im Supermarkt entdeckt und da ich schon seit ein paar Tagen am überlegen war, wie ich mein Pony von vorne gut sichtbar machen kann, habe ich sofort zugeschlagen.

Für Tammis zartes Hinterteil haben wir eine wunderbare reflektierende Ausreitdecke, aber vorne waren wir bisher quasi unsichtbar unterwegs.

Zu Hause angekommen habe ich mir eines der herumliegenden alten Fransenstirnbänder geschnappt. Ähnlich wie Hufkratzer finden sich davon immer mehrere herrenlose Exemplare auf unserem Hof, die über Jahre ihren Platz in irgendeiner dunklen Ecke nicht verlassen. Einem dieser Exemplare wurde nun also zu einer neuen Existenz im Licht verholfen. Leider musste ich ihm hierfür zunächst alle noch vorhandenen Fransen abschneiden.

Von den Schnürsenkeln habe ich die festen Enden abgeschnitten, damit diese nicht in die Augen kommen können. Dann habe ich die Schnürsenkel einmal in der Mitte durchgeschnitten, womit man 4 etwa gleich lange Bänder erhält. Diese habe ich einmal mittig gefaltet und auf den mittleren Teil des Stirnbandes genäht. Fertig ist der Frontreflektor.

Dieser lässt sich zu meiner Freude beliebig an Trense, Sidepull, Halfter,… montieren.

Tammi hat sich von den leuchtenden Fransen in keinster Weise irritieren lassen, auch nicht in der Bewegung und wenn sie angeleuchtet wird. Trotzdem würde ich jedem empfehlen, erst mal in ruhiger und sicherer Umgebung zu prüfen, ob das Pferd ruhig bleibt, auch wenn die Fransen ganz dicht am Auge liegen. Zwar können Pferde den Bereich zwischen ihren Augen nicht sehen, aber ich weiß nicht, ob das auch für Lichtreflexe gilt.

Auf den Fotos sieht man noch ein älteres Projekt: eine Seite vom Zügel habe ich mit reflektierendem Garn bestickt. Dazu habe ich Reflektierendes Beilaufgarn verwendet, das ich zufällig im örtlichen Kurzwarengeschäft entdeckt und natürlich sofort gekauft habe. Beilaufgarn ist eigentlich zum Stricken und Häkeln gedacht, es eignet sich nicht besonders zum Sticken. Auch ist das Sticken von Hand auf Leder recht mühsam, weshalb auch nur eine Seite fertig geworden ist.

Auf den Bildern sieht es allerdings ganz hübsch aus, vielleicht besticke ich noch schnell die andere Seite, bevor mich die nächsten Ideen heimsuchen…

Frau Kosel häkelt und Frau Tamina muss es ausbaden…

Es ist ein urmenschliches Bedürfnis sich und sein Pferd zu schmücken“ steht auf der Website von Christoph Rieser.

Und wenn ich dann auch noch Handarbeitszwang habe, kommt das dabei raus:

Tammi trägt die Fliegenmütze mit Würde, auch wenn das Gebaumel vor den Augen etwas nervt.

 

IMG_2039

Für die Jacken(taschen) freie Zeit habe ich mir ein Leckerli-Beutel und eine Handytasche genäht. Natürlich trage ich Beides auch mit Würde.

Und so sehen wir dann aus: