Anglerweste de Luxe

Anglerweste de Luxe

Beim Reiten möchte ich zwei Dinge am Körper haben: Handy und Leckerlies. Im Sommer immer wieder Thema, weil man ja keine Jackentaschen hat. Bisher hatte ich eine Bauchtasche fürs Handy, aber irgendwie ist die doch immer so gerutscht, dass sie mich gestört hat.

Treue Begleiter in den vergangenen Sommern…

Und der Leckerliebeutel ist auch nicht optimal, weil sich immer mal was drunter verheddert oder er irgendwo rumbaumelt, wo ich ihn nicht brauchen kann.

Außerdem ist beides schon etwas abgenutzt, weshalb ich über eine neue Lösung meditiert habe.

Da ich beim Reiten immer eine Protektorenweste trage dachte ich mir: ob’s jetzt heiß oder sehr heiß unter der Weste ist, ist ja irgendwie auch egal. Also eine Anglerweste mit vielen Taschen drüber und gut.

Leider sind die auf dem Markt erhältlichen Modelle optisch nicht so der Kracher, so dass ich im örtlichen 2nd Hand Laden günstig eine Weste erstanden und aus einem übrig gebliebenen Nüsternschutz zwei Taschen darauf genäht habe.

Meine neue Weste…

Bis jetzt finde ich diese Lösung super, es stört mich nicht und ich habe Handy und Leckerlies schnell griffbereit. Damit beim Bücken die Leckerlies nicht raus purzeln, habe ich noch einen kleinen Rest von dem Netzstoff als Klappe rein genäht. Wenn ich rein fasse, wird diese nach unten gedrückt, aber umgekehrt sind die Leckerlies zu leicht, um den etwas steifen Stoff nach außen zu drücken. Klappt super 🙂

Ich hoffe, dass ich bei längeren Touren mit Routenplanung jetzt die Navitante besser höre, wenn sie mit mir redet, Handy ist ja näher zum Ohr. Das habe ich noch nicht ausprobiert.

Nordfalben Multizaum

Nordfalben Multizaum

Pflegeleicht und Farbenfroh: Biothane ist das perfekte Zaummaterial für Kinder. Ein Multizaum sollte es sein, damit Kind nur einmal ein Kopfstück anziehen muss und dann anbinden, führen und reiten kann. Zwar kann und will meine Tochter noch gar nicht reiten, aber es schadet nie, gut vorbereitet zu sein. So habe ich die Anleitung für den Multizaum von Nordfalben gekauft und habe beim Material meine 5-jährige Tochter alle Farben völlig frei wählen lassen, in der Hoffnung, dass sie dann auch Spaß am Benutzen hat. Der Plan ging nur zur Hälfte auf: zwar hat meine Tochter immernoch keine Lust zu reiten, aber ich selbst habe so einen Spass an dem bunten Teil, dass ich im Moment mit nichts anderem mehr reiten möchte.

Die Anleitung habe ich ein kleines bisschen abgewandelt und zeige euch hier wie mein Multizaum geworden ist. Dazu habe ich mir die passenden Bithanger gemacht.

Zum Abmessen habe ich wie in der Anleitung beschrieben die Maße genommen, aber zusätzlich mit einem Seil den Multizaum am Kopf geknotet. So konnte ich am Schreibtisch in aller Ruhe die einzelnen Längen noch mal nachprüfen.

Da Biothane ein sehr leichtes Material ist, sind die Schnallen im Verhältnis dazu recht schwer. Sitzt die Schnalle vom Genickstück auf der linken Seite, so hat man drei Schnallen links am Kopf (Kinnriemen, Genickriemen und Kehlriemen haben eine Schnalle/Karabiner) und der Zaum zieht nach links unten. Darum habe ich die Schnalle vom Genickstück einfach auf die rechte Seite des Zaums gemacht. Da ich den Zaum nur für ein Pferd nutze, muss ich diese Schnalle sowieso nicht besonders häufig öffnen und schließen.

Ebenfalls aus Gewichtsgründen habe ich mich als Gebiss für das Beris Bit aus Kunststoff entschieden. So hat das Gebiss selbst wenig Gewicht und mein Pferd ist mit diesem Gebiss sehr zufrieden. Sie mag keine gebrochenen Bits, ist aber vom Ausbildungsstand noch nicht weit genug für eine Stange, so dass die biegsame Kunststoffstange ein guter Kompromiss ist.

Da, wenn ich die Zügel mal deutlich annehmen musste, der Genickriemen nach hinten gerutscht ist, habe ich aus einem schmalen Streifen Biothane einen Stirnriemen ergänzt.

Kinn- und Genickriemen haben einen selbstgehäkelten Schoner aus Merino-Filzwolle bekommen. Beim Kinnriemen-Schoner habe ich in der Mitte einen Schlitz für den Anbindering gelassen.

Rückblickend würde ich noch eine kleine Veränderung vornehmen. Mir fehlt der kleine diagonale Riemen, den Sidepulls häufig aufweisen, damit der Nasenriemen nicht nach unten rutscht.

Dieser kleine Riemen ist gemeint.

Man sieht es auf diesem Bild, dass er runter rutscht und eigentlich zu tief kommt:

Da würde ich ein kurzes Stück Paracord an dem PP-Seil-Kern festnähen. Das würde beim Umflechten dann raus schauen und man könnte es durch ein kleines Loch am Backenriemen ziehen und mit einem Knoten fixieren.

So in etwa stelle ich mir das vor…

Hätte, hätte, Fahrradkette, vielleicht fällt mir (oder einer/m meiner Leser*innen) noch eine andere Lösung ein.

Die Zügel habe ich aus den gleichen Paracord-Schnüren geflochten, wie die Umflechtung des Sidepulls. Die Anleitung für die Flechtzügel stammt aus dem Buch „Ausrüstung selbst gemacht“ von Andrea Adrian. Ich bin mit dem look und feel der Zügel super zufrieden! Sie liegen toll in der Hand, sind weich, aber nicht schlabberig, einfach genial. Hier kann ich wirklich Paracord statt PP-Schnur empfehlen! Ich werde für meinen Mann nochmal neu flechten müssen, der hat die Flechtzügel nämlich aus PP-Schnur, das liegt nicht ganz so schön in der Hand.

Flechtzügel

Flechtzügel

In diesem Herbst und Winter haben uns im Stall die Nagetiere geplagt wie noch nie und auch die schönen Fettleder-Zügel, die ich meinem Mann gemacht hatte, wurden angenagt 😦

Aber da mein Mann den ganzen Sommer über Bonnis Mähnenkanm intensiv mit Kokosfett einreibt (hilft ganz gut gegen Sommerekzem), konnte er sie im Sommer sowieso nicht benutzen. Zügel, die durch die Hand flutschen wie Schmierseife, sind nicht so praktisch :-/

Also habe ich improvisiert und mich ans schon lange geplante „Zügel aus PP-Seil flechten“ gemacht…

Die gespleißten Zügelenden aus Fettleder konnte ich retten, diese habe ich abgeschnitten und mit einer Buchschraube einen D-Ring daran befestigt (Buchschrauben und D-Ringe bekommt man z.B. bei Lennie-Equipment).

Außerdem habe ich 24 m PP -Seil bei Panacord.eu bestellt. Daraus habe ich 6 Stücke á 4 m geschnitten und die Enden mit dem Feuerzeug abgeflammt. Je 3 Schnüre habe ich bis zur Hälfte durch einen der D-Ringe gezogen, so dass ich zum Flechten nun an jedem Zügelende 6 Schnüre á 2 m hatte.

Diese habe ich nun wie in dem Buch „Ausrüstung selbst gemacht“ von Andrea Adrian (ISBN 978-3-275-01766-9 S.50 ff) geflochten. Nur eben mit 6, nicht mit 8 Schnüren.

Da mein Mann gerne geschlossene Zügel möchte, kam nun die Herausforderung, beide Flechtenden miteinander zu verbinden. Zuerst wollte ich die Enden zu einer Quaste zusammefassen, das war mir aber zu schwer und wuchtig.

Ich saß also vorm Fernseher und habe so vor mich hin gefuddelt, dachte mir, einspleißen wäre doch nett und irgendwann sah es so aus, wie es jetzt aussieht. Meinem Mann und mir gefällt’s, stabil ist es auch, aber – sorry – ich kann beim besten Willen nicht erklären, wie ich das gemacht habe.

Die überstehenden Enden habe ich so abgeschnitten, dass noch ca 1 cm Seil raus geschaut hat. Danach habe ich das Ende mit dem Feuerzeug abgeflammt und, solange es noch heiß war, fest in das Geflecht gedrückt. Um mir dabei nicht die Finger zu verbrennen, hatte ich Spontex Grip Extreme Handwerkerhandschuhe an. Wenn man die Enden gut andrückt, sollte es halten und auch keine Spitzen und Kanten bilden. Zur Sicherheit habe ich jedes Ende noch mit ein paar Stichen mit Nähgarn vernäht, aber ich glaube, das wäre garnicht unbedingt nötig gewesen.

Das war also meine kleine Zügel-Rettungs-Bastelei.

Bonni mit ihren neuen Zügeln.

Kleiner Teaser: für mein nächstes Projekt habe ich noch mehr Schnüre und außerdem BioThane bestellt und ich habe meine 4-jährige Tochter die Farben für alle Materialien aussuchen lassen. Das wird BUNT!!!

Campo-Tuch II

Campo-Tuch II

Endlich fertig, mein zweites Campo-Tuch! Ich freue mich und bin stolz.
Im Januar hatte ich ja bereits eine kleine Anleitung und Bilder von meinem ersten Tuch aus Wollfilz veröffentlicht. Das zweite Tuch ist aus einer leichten Baumwolle, hat ebenfalls zwei Taschen und Reflektorpaspel und ist nach dem gleichen Schnitt genäht. Die Baumwolle ließ sich deutlich besser verarbeiten als der Wollfilz, aber an den Fransen bin ich fast verzweifelt. Mal eben den Schussfaden (Querfaden) aus dem Stoff heraus ziehen, das war dann doch mühseliger als gedacht. Und die Fernsehabende, an denen man sowas machen kann, waren auch deutlich seltener als gedacht. 

Falls jemand ernsthaft ein Tuch mit Fransen auf diese Weise herstellen möchte, hier meine Fransen-Tipps:

Werkzeug: Stoffschere, Pinzette und Läusekamm
Es kann losgehen…



1. Den Stoff in etwa 1,5 cm breite „Fransen“ schneiden. 


2. An der oberen Kante eine stabile Naht setzen (das habe ich im zweiten Schritt gemacht, um nicht versehentlich in meine Naht zu schneiden).


3. An der Franse die Kettfäden (Längsfäden) seitlich herausziehen, bis die Querfäden ein paar Millimeter herausschauen
4. Am oberen Ende einige Querfäden mit der Pinzette herausziehen. Lässt man diesen Schritt aus, wird der Übergang vom Stoff zu den Fransen nicht schön.


5. Die Längsfäden seitlich herausziehen, bis nur noch 2-3 Längsfäden übrig sind und man die Querfäden locker herauszupfen kann.
6. Die fertigen Fransen mit einem Läusekamm auskämmen.


Das Ganze etwa 60x wiederholen, nach Belieben noch zu Strähnen knoten und schon hat man hübsche Fransen am Campo-Tuch. Es gibt aber auch fertige Fransenbänder zum annähen im Fachhandel zu kaufen 😉 

Fertig 🙂

Ich freue mich auf den ersten Proberitt!

Longenkurs

Im Laufe der Jahre habe ich vier der wunderbaren Selbstlern-Kurse von Babette Teschen und Tania Konnerth erstanden und da ich ein „Auf-Papier-Leser“ bin, habe ich sie ausgedruckt und in Aktenordner abgeheftet. Und seitdem ärgere ich mich über die hässlichen Aktenordner neben den vielen prachtvollen Pferdebüchern in meinem Regal. Das sieht nicht schön aus und wird dem Inhalt auch nicht gerecht.

Am Liebsten würde ich mir die Kurse als Buch drucken lassen. Bei vier Stück wäre das aber ganz schön teuer. Dann hatte ich vor, mir schöne Ordner zu kaufen, aber die richtig schönen sind auch nicht gerade billig. Was bleibt dann, außer selber machen? Zum Glück sammle ich die Stoffe alter Bettlaken, Blusen, T-Shirts,… Damit habe ich jetzt den ersten Ordner beklebt und die Anderen kommen auch noch dran 🙂

Matinee zu Ross

Es ist vollbracht – oder ich kann es nicht mehr sehen: ich habe so viel an den Zeichnungen auf dem Papier und der Komposition im Photoshop gearbeitet, dass ich tatsächlich das Gefühl habe, nichts mehr zu sehen. Darum habe ich beschlossen, dass sie fertig ist, die „Matinee zu Ross“!

Matinee bedeutet übrigens „künstlerische Veranstaltung am Vormittag“, ich musste es auch googeln. Da mein Mann immer am Sonntagvormittag reitet, was natürlich immer ein schöner, mit seinem Campo-Tuch fast schon künstlerischer Anblick ist, fand ich diesen Titel für meine Herrenkollektion sehr passend.

Für die Damen gibt es die Kollektion „Schwarzwälder Rose“. Jetzt wäre nur noch zu klären, ob das Geschlecht des Pferdes zum Reiter, zur Kollektion oder zu keinem von beidem passen muss. Mit dieser weltbewegenden Frage verabschiede ich mich und wünsche eine wundervolle Zeit.

Schwarzwälder Rose

Schwarzwälder Rose

Letzten Sommer waren Mann, Kind und ich ein paar Tage in Starnberg und sind beim Stadtbummel zufällig in einer kleinen „Gössl“ Boutique gelandet. Mein Mann hat sich dort ein wunderschönes Leinenhemd gekauft (in dem er ganz großartig aussieht, das er nur viel zu selten trägt) und ich habe mir das „Gwandhaus Journal“ mitgenommen. Ich mag ja Tracht sehr gerne, egal ob bayerisch oder mittelamerikanisch, und habe viel darin geblättert.

Genau wie die Tracht hat auch die Reiterei eine lange Tradition und es hat für mich einen besonderen Reiz, beides immer wieder neu zusammen zu bringen. In diesem Fall die detailreichen, wunderschönen Designs von „Gössl“ mit dem klassischen Prunkhalfter der Kaltblüter und Haflinger.

In meinem Kopf keimten Ideen, die wuchsen und letztendlich raus wollten. Da ich für die Umsetzung so mancher Idee weder Zeit, noch Geld, noch Bedarf habe, wird das Zeichnen zum Ventil und der Blog zum Catwalk.

Ich präsentiere: die Kollektion „Schwarzwälder Rose“, inspiriert von der Ausgabe No31 – 2020 des „Gwandhaus Journal“

In kürze folgt noch ein Modell für den Herrn. Leider sind die Zeichnungen noch nicht fertig, hier ein erster Vorgeschmack:

Campo-Tuch

Campo-Tuch

Auf der Suche nach einer schönen Schabracke für meinen Mann und seine PRE-Stute bin ich im Internet zufällig auf das „Campo-Tuch“ gestoßen. Man findet es auf Websiten für iberisches Reitzubehör, leider konnte ich nicht mehr Informationen dazu finden, als die in den eher kurzen Beschreibungstexten. Das Campo-Tuch kommt aus Spanien und ist eine Art Schal, der vorne am Sattel befestigt wird. Traditionell dient es als Zierde der spanischen Pferde und um Initialen oder Brandzeichen zur Schau zu tragen. Manche Tücher haben zwei Taschen, in denen Kleinigkeiten verstaut werden können und bei Kälte wärmt das Campo-Tuch die Knie des Reiters. Mehrere Campo-Tücher aus Baumwollstoff nebeneinander gelegt, bilden ein Tischtuch beim stilvollen Picknick. Schön und multifunktional – genau mein Ding! Und da die Vorweihnachtszeit die Zeit des Bastelns und Gestaltens ist, war klar: so ein Tuch nähe ich meinem Mann zu Weihnachten! Nicht mit seinen Initialen, sonder mit unserem Mordach-Logo. Und da mein Mann gerne mal vergisst, vor dem Reiten sein Pferd mit Reflektoren auszustatten, wollte ich gerne Reflektorpaspel verarbeiten. Sozusagen als eingebautes Sicherheitsfeature.

Im Stoffgeschäft konnte ich mich nicht zwischen einer leichten Baumwolle und Wollfilz entscheiden, also habe ich beides mitgenommen und besticken lassen. Leider ist nur ein Tuch fertig geworden, nämlich das aus Wollfilz, meine Variante für den deutschen Winter:

Die Maße habe ich mir bei den zum Verkauf angebotenen Tüchern abgeguckt und dann eine Zeichnung angefertigt:

Folgendes Material habe ich verwendet:

  • 2 m Wollfilz (80% Wolle, 20% Polyester)
  • 50 cm Pilotennylon für die Taschen
  • 4 m Reflektorpaspel (Reflexbiesenband)
  • 2 m Fallschirmschnur mit 4mm Durchmesser
  • 1,20 m Webborte, ca 4 cm breit

Mein fertiges Tuch ist etwa 23cm breit und ca 170cm lang plus 12cm Fransen. Die Länge richtet sich nach der Größe des Pferdes und der Beinlänge des Reiters. Das Tuch sollte etwas über den Füßen enden, damit man sich nicht darin verheddert. Dementsprechend habe ich aus dem Wollfilz zwei Stoffstreifen plus Beschnitt ausgeschnitten. Bei mir waren das 194 x 25cm.

Das Logo habe ich bei ABCD-Stickerei in Mühltal sticken lassen, da ich das mit meiner Nähmaschine nicht kann und das Stickbild von Hand einfach nicht so schön wird.

Aus dem Pilotennylon habe ich für die Taschen 4 Rechtecke von 38 x 22cm zugeschnitten. Und dann kam bei mir leider ein Denkfehler: natürlich muss man ERST in Wollfilz und Pilotennylon den Taschenschlitz schneiden und beides zusammen einfassen und DANACH das zweite Rechteck der Tasche annähen (anders als auf meiner Skizze notiert).

Jetzt die beiden Wollfilzstreifen an den langen Seiten rechts auf rechts zusammennähen und (falls gewünscht) die Reflektorpaspel und die Befestigungsbänder mit einnähen. Wer Lederriemen vorne am Sattel hat, kann sich die Bänder zum Festbinden natürlich sparen. Das Ganze wenden. Ich habe noch eine Naht an den lagen Seiten von rechts gesetzt, damit die Kante schön flach wird und die Reflektorpaspel nicht im Wollfilz verschwindet.

Zum Schluss habe ich noch die Borte an den beiden Enden aufgenäht und den Schal damit auch geschlossen. Beim Wollfilz kann man die Fransen einfach aus dem Stoff schneiden. Bei gewebter Baumwolle würde ich vermutlich die Querfäden raus fuddeln und aus den Längsfäden Fransen abbinden oder knoten.

Für meinen Mann habe ich dazu eine einfache schwarze Schabracke mit der gleichen Borte und ebenfalls einer Reflektorpaspel verziert. So sieht beides zusammen dann am Pferd aus:

Den ersten Proberitt hat mein Mann schon absolviert und ich freue mich darauf, das „Sommer-Campo-Tuch“ aus dem Baumwollstoff zu nähen 🙂

Zügel

Zügel

Manchmal kommt es vor, dass ich genau weiß, was ich möchte, es das aber nicht genau so zu kaufen gibt. Dann ist wieder einmal basteln angesagt. So geschehen bei meinen Zügeln.

Ich wollte geschlossene Zügel in einer bestimmten Länge und Breite aus Fettleder. Da wir im Gelände öfter mal klettern müssen, wollte ich ein System, mit dem man ein Zügelende schnell vom Trensenring lösen kann, ohne den Karabiner direkt am Trensenring zu haben. Die Zügelenden sollen schön griffig sein, ohne dass man sich daran weh tun kann. Das brauche ich zum Beispiel in unwegsamen Gelände, wenn ich ein Stück voraus gehe und Tammi anschließend nachhole. Den Zügel nutze ich dann als extralangen Führstrick, so habe ich Tammi sicher am Strick, ohne dass ich Gefahr laufe, zwischen ihre Hufe zu geraten, wenn sie rutscht, stolpert oder eine Steigung oder einen umgestürzten Baum mit einem beherzten Hüpfer bewältigt.

So sieht mein fertiger Fettlederzügel aus. Seit ein paar Wochen im Einsatz und wir sind sehr zufrieden damit. Nur die losen Enden an der Flechtung habe ich noch gekürzt und mit einer Buchschraube fixiert, da sie sich negativ auf die Zügelführung ausgewirkt haben.

Und weil sie so schön geworden sind, hat mein Mann auch Fettlederzügel bekommen:

Das Fettleder und die Buchschrauben habe ich in sehr schöner Qualität bei Petsam gekauft. Die Zaumkarabiner sind von LENNIE-Equipment. Hier gibt es eine gute Auswahl von verschiedenen Größen. Die Idee mit der Befestigung am Trensenring stammt von der Sattlerei Tradere. Ich habe ein Paar ganz wunderbare offene Seilzügel aus der Sattlerei Tradere, die mit diesem System befestigt werden.

Bevor ich überhaupt irgendwas bestellt habe, habe ich mir einige Videos von „Hundesachen selber machen“ angesehen, hier werden die verschiedenen Flechttechniken sehr schön erklärt. Danach habe ich Zeichnungen angefertigt, wie die fertigen Zügel aussehen sollen. Besonders bei geschlossenen Zügeln ist es sehr wichtig, sich vorher Gedanken darüber zu machen, was wo durchgezogen werden muss, damit man nicht in die Verlegenheit gerät, eine fertige Flechtung samt Karabiner durch einen kleinen Schlitz im Fettleder zwängen zu müssen.

Für die Zügel in Cognac habe ich 5m Fettleder und vier Buchschrauben mit 7mm und zwei mit 10mm Schaft benötigt. Die 10mm braucht man, wenn das Leder 3-lagig fixiert werden muss. Außerdem zwei D-Ringe und zwei Zaumkarabiner.

Für die schwarzen Zügel waren es 4m Fettleder, zwei Zaumkarabiner und 4 Buchschrauben mit 7mm Schaft. Es lohnt sich, gleich ein 10er Pack Buchschrauben zu kaufen, das Zügel-basteln macht leider süchtig 😉

Ich hatte vorab Fettleder-Farbmuster bestellt, diese und die Reste von meinem ersten Zügel habe ich genutzt, um das Flechten zu üben. Bei mir sind die Schlitze im Leder jeweils 2cm lang, der Abstand zwischen den Schlitzen beträgt je 1,5cm. Ganz wichtig für eine schöne Flechtung ist es, dass die Schlitze genau in der Mitte des Fettleders sitzen. Die Buchschrauben habe ich zum Schluss mit etwas farblosem Nagellack, den ich auf das Gewinde aufgetragen habe, fixiert. Das ist billiger als Schraubensicherung aus dem Baumarkt, mal schauen, ob es genauso gut hält.