Schwarzwälder Rose

Schwarzwälder Rose

Letzten Sommer waren Mann, Kind und ich ein paar Tage in Starnberg und sind beim Stadtbummel zufällig in einer kleinen „Gössl“ Boutique gelandet. Mein Mann hat sich dort ein wunderschönes Leinenhemd gekauft (in dem er ganz großartig aussieht, das er nur viel zu selten trägt) und ich habe mir das „Gwandhaus Journal“ mitgenommen. Ich mag ja Tracht sehr gerne, egal ob bayerisch oder mittelamerikanisch, und habe viel darin geblättert.

Genau wie die Tracht hat auch die Reiterei eine lange Tradition und es hat für mich einen besonderen Reiz, beides immer wieder neu zusammen zu bringen. In diesem Fall die detailreichen, wunderschönen Designs von „Gössl“ mit dem klassischen Prunkhalfter der Kaltblüter und Haflinger.

In meinem Kopf keimten Ideen, die wuchsen und letztendlich raus wollten. Da ich für die Umsetzung so mancher Idee weder Zeit, noch Geld, noch Bedarf habe, wird das Zeichnen zum Ventil und der Blog zum Catwalk.

Ich präsentiere: die Kollektion „Schwarzwälder Rose“, inspiriert von der Ausgabe No31 – 2020 des „Gwandhaus Journal“

In kürze folgt noch ein Modell für den Herrn. Leider sind die Zeichnungen noch nicht fertig, hier ein erster Vorgeschmack:

Das neue „Zeitloch“

Da ist man mal ganz kurz auf Mutter-Kind-Kur und schon hat mein Ehemann diesen zauberhaften neuen Sitzplatz gebaut. Ist er nicht entzückend? Wir sind jedenfalls alle hin und weg und wollen nirgendwo anders mehr sitzen.

Pferdehof in der Mordach – unser neuer Sitzplatz

Unser Sitzplatz am Stall heißt übrigens seit jeher „das Zeitloch“: man setzt sich mal kurz für fünf Minuten dort hin und – zack – sind zwei Stunden rum. Weil es so gemütlich ist, weil immer jemand zum quatschen vorbei kommt, weil man den Rotkehlchen zuschaut, weil die Katze so kuschelig bei einem liegt, weil die Seele gerade so schön baumelt,…

Campo-Tuch

Campo-Tuch

Auf der Suche nach einer schönen Schabracke für meinen Mann und seine PRE-Stute bin ich im Internet zufällig auf das „Campo-Tuch“ gestoßen. Man findet es auf Websiten für iberisches Reitzubehör, leider konnte ich nicht mehr Informationen dazu finden, als die in den eher kurzen Beschreibungstexten. Das Campo-Tuch kommt aus Spanien und ist eine Art Schal, der vorne am Sattel befestigt wird. Traditionell dient es als Zierde der spanischen Pferde und um Initialen oder Brandzeichen zur Schau zu tragen. Manche Tücher haben zwei Taschen, in denen Kleinigkeiten verstaut werden können und bei Kälte wärmt das Campo-Tuch die Knie des Reiters. Mehrere Campo-Tücher aus Baumwollstoff nebeneinander gelegt, bilden ein Tischtuch beim stilvollen Picknick. Schön und multifunktional – genau mein Ding! Und da die Vorweihnachtszeit die Zeit des Bastelns und Gestaltens ist, war klar: so ein Tuch nähe ich meinem Mann zu Weihnachten! Nicht mit seinen Initialen, sonder mit unserem Mordach-Logo. Und da mein Mann gerne mal vergisst, vor dem Reiten sein Pferd mit Reflektoren auszustatten, wollte ich gerne Reflektorpaspel verarbeiten. Sozusagen als eingebautes Sicherheitsfeature.

Im Stoffgeschäft konnte ich mich nicht zwischen einer leichten Baumwolle und Wollfilz entscheiden, also habe ich beides mitgenommen und besticken lassen. Leider ist nur ein Tuch fertig geworden, nämlich das aus Wollfilz, meine Variante für den deutschen Winter:

Die Maße habe ich mir bei den zum Verkauf angebotenen Tüchern abgeguckt und dann eine Zeichnung angefertigt:

Folgendes Material habe ich verwendet:

  • 2 m Wollfilz (80% Wolle, 20% Polyester)
  • 50 cm Pilotennylon für die Taschen
  • 4 m Reflektorpaspel (Reflexbiesenband)
  • 2 m Fallschirmschnur mit 4mm Durchmesser
  • 1,20 m Webborte, ca 4 cm breit

Mein fertiges Tuch ist etwa 23cm breit und ca 170cm lang plus 12cm Fransen. Die Länge richtet sich nach der Größe des Pferdes und der Beinlänge des Reiters. Das Tuch sollte etwas über den Füßen enden, damit man sich nicht darin verheddert. Dementsprechend habe ich aus dem Wollfilz zwei Stoffstreifen plus Beschnitt ausgeschnitten. Bei mir waren das 194 x 25cm.

Das Logo habe ich bei ABCD-Stickerei in Mühltal sticken lassen, da ich das mit meiner Nähmaschine nicht kann und das Stickbild von Hand einfach nicht so schön wird.

Aus dem Pilotennylon habe ich für die Taschen 4 Rechtecke von 38 x 22cm zugeschnitten. Und dann kam bei mir leider ein Denkfehler: natürlich muss man ERST in Wollfilz und Pilotennylon den Taschenschlitz schneiden und beides zusammen einfassen und DANACH das zweite Rechteck der Tasche annähen (anders als auf meiner Skizze notiert).

Jetzt die beiden Wollfilzstreifen an den langen Seiten rechts auf rechts zusammennähen und (falls gewünscht) die Reflektorpaspel und die Befestigungsbänder mit einnähen. Wer Lederriemen vorne am Sattel hat, kann sich die Bänder zum Festbinden natürlich sparen. Das Ganze wenden. Ich habe noch eine Naht an den lagen Seiten von rechts gesetzt, damit die Kante schön flach wird und die Reflektorpaspel nicht im Wollfilz verschwindet.

Zum Schluss habe ich noch die Borte an den beiden Enden aufgenäht und den Schal damit auch geschlossen. Beim Wollfilz kann man die Fransen einfach aus dem Stoff schneiden. Bei gewebter Baumwolle würde ich vermutlich die Querfäden raus fuddeln und aus den Längsfäden Fransen abbinden oder knoten.

Für meinen Mann habe ich dazu eine einfache schwarze Schabracke mit der gleichen Borte und ebenfalls einer Reflektorpaspel verziert. So sieht beides zusammen dann am Pferd aus:

Den ersten Proberitt hat mein Mann schon absolviert und ich freue mich darauf, das „Sommer-Campo-Tuch“ aus dem Baumwollstoff zu nähen 🙂

Joggen mit Pony

Ich hatte es ja bereits angekündigt, jetzt habe ich es getan: ich hab’s Pony zum Joggen mitgenommen. Was soll ich sagen, ich bin fix und fertig aber glücklich 🙂

Warum man das unbedingt ausprobieren sollte?

Als guter Reiter und Pferdemensch sollte man das, was man von seinem Pferd erwartet, auch selbst können. Wir möchten ja alle nicht wie ein nasser Sack auf dem Ponyrücken hängen und auch nach zwei Stunden ausreiten noch mit schöner Körperspannung geschmeidig auf dem Pferd sitzen. Kondition (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit) brauchen Reiter und Pferd. Warum selbiges dann nicht auch gemeinsam trainieren?

Ich bin kein Ausbilder und die Ausbildungsskala habe ich leider nie richtig verstanden, aber „Takt“ kommt da vor. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine gute Sache ist, wenn das Pferd beim Joggen ohne „störenden“ Reiter und ohne die Schwierigkeiten des Kreises (beim Longieren) seinen Takt im Trab findet. Aber das ist wirklich nur eine Vermutung…

Was ich sicher weiß: Pferde, die sich mögen und viel Zeit miteinander verbringen, synchronisieren sich. Also immer schön synchron mittraben, vielleicht hat dein Pony dich dann noch mehr lieb 🙂

Und jetzt dürfen mich alle auslachen: ich glaube, die Dicke hat ihren Spaß dabei. Wir waren jetzt vier Mal zusammen joggen und sie hat das Prinzip verstanden. Normalerweise bleibt Tammi gerne bei jedem nicht vorhanden Anlass stehen, normalerweise trabt sie nicht gleichmäßig in einem Tempo. Heute kam sie bereitwillig mit, ist auf kleinste Hilfe angetrabt und kein einziges Mal stehen geblieben (außer vier Mal zum Äppeln natürlich). Und irgendwie habe ich so ein breites Grinsen in ihrem Gesicht gesehen, als sie fluffig die 25 Minuten durchgetrabt ist und ich röchelnd neben ihr her geschnauft bin. Ganz blöd ist Pony ja nicht, dass ich so etwa die vierfache Atemfrequenz von ihr hatte, ist ihr bestimmt aufgefallen. Das bringt die Beziehung auf eine ganz neue Art auf ein anderes Niveau.

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

Zunächst sollten natürlich alle Beteiligten gesund und körperlich und mental in der Lage sein, eine Runde joggen zu gehen.

Das Pferd sollte sich am lockeren Strick in Schritt und Trab führen lassen.

In der Nähe des Stalls muss es einen Weg geben, der sich von Bodenbeschaffenheit und Steigung/Gefälle zum Joggen eignet.

Der Mensch sollte so fit sein, dass er sich ans Trabtempo vom Pferd anpassen kann. Ich bin erst mal ein paar Monate ohne Pony gejoggt und habe mir ein Paar gescheite Schuhe gekauft, bevor wir das erste Mal zusammen gestartet sind. Wird das Joggen zum Tauziehen, macht es beiden Beteiligten keinen Spaß! Mein Tipp: langsam anfangen, wenig erwarten und dran bleiben. Das erste Mal ist Scheiße gelaufen? Wunderbar, dann kann das zweite, dritte und vierte Mal ja nur besser werden.

Was braucht man dafür?

Nicht viel. Tammi trägt ein Knotenhalfter mit einem dünnen, langen Strick, der ohne Karabiner befestigt wird. Schließlich soll im Trab nicht ständig der Karabiner hin und her schwingen und ich möchte beim Laufen mit den Armen mitschwingen können, ohne dass Seil und Karabiner in Eigenschwingung versetzt werden. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einer 3,60m langen, ca 8mm dicken Feather Line von von der Seilerei Brockamp. Die ist dann auch schön leicht.

Der Hufschutz ist sehr individuell von Hufen und Bodenbeschaffenheit abhängig, das kann man dann beim Joggen wie beim Reiten handhaben.

Ich trage Handschuhe, was sich beim Führen von Pferden ja grundsätzlich empfiehlt und ein paar gute Joggingschuhe. Hier lohnt sich der Besuch eines Fachgeschäftes, zum Einen, um die eigenen Gelenke zu schonen und zum Anderen, um mit dem Pony mithalten zu können. Ich persönlich war erschrocken und erfreut gleichermaßen, wie viel fitter als ich meine Knutschkugel ist!!!

Also, startet die Competition mit euren Fellnasen und habt Spaß (immer lächeln, auch wenn euch gerade die Lunge um die Ohren fliegt und die Oberschenkel brennen) 🙂

Glückstreffer

Bonni steht halb in der Box und halb auf dem Paddock und döst, als ich mit der Kamera vorbei komme. Natürlich habe ich gleich auf den Auslöser gedrückt und Glück gehabt: das Licht passt und Bonni macht für mich ein lustiges Gesicht. Für den schicken schwarzen Hintergrund habe ich das Bild lediglich ein wenig unterbelichtet.

Der Fitnesstest

Eigentlich hatte ich heute einen perfekten Ausritt: Wetter perfekt (15 Grad und sonnig), Pony mega brav und lauffreudig ohne zu drängeln oder zu eilen, Schritt, Trab, Galopp mit lockerem Rücken, der Wald menschenleer, die Wege weder zu nass, noch zu trocken… Alles perfekt!

Ein guter Tag für einen Fitnesstest, dachte ich mir. Also Pulsmessgerät (Polar, älteres Modell) rausgekramt, Strecke im Kopf geplant, lange Galoppstrecke inklusive, nochmal nachgelesen, wie es geht (Constanze Röhm: „Purzel speckt ab“, S.99 ff), App zum Aufzeichnen der Strecke gestartet (All Trails) und los geht’s. Dann kam der Frust:

Auch mit sorgfältigem Anfeuchten von Pferd und Sensoren liefert das Pulsmessgerät erst mal keine Werte (Pony ist halt ein kleines Heizöfchen und schnell wieder trocken) und der Sensor, den man am Schulterblatt unter den Sattel schiebt, rutscht dauernd raus. Also schon mal kein Wert für den Ruhepuls. Die ersten Werte sind dann auch ziemlicher Quatsch (158 Schläge pro Minute im ruhigen Schritt auf ebener Strecke?!?), aber daran habe ich mich schon gewöhnt (ist ja nicht mein erster Versuch). Nach 30 Minuten ist Pony zart angeschwitzt, der Sensor sitzt, das Pulsmessgerät liefert einigermaßen plausible Werte. Ich versuche, ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen Puls in welcher Gangart sie hat. Hier ergibt sich die nächste Hürde: meine Augen sind im letzten Jahr echt schlecht geworden, spätestens im Trab bräuchte ich eigentlich eine Lesebrille, um auf dem Pulsmesser noch überhaupt irgendwas zu erkennen, von Galopp will ich garnicht reden und die Uhr kann ich auch kaum lesen. Das wirft die Frage auf: investiere ich als nächstes in eine Gleitsichtbrille oder in ein Pulsmessgerät, das die Werte per Sprachausgabe mitteilt und überhaupt mit dem Smartphone kompatibel ist. Soweit ich es erkennen konnte, steigt der Puls in Schritt und Trab eher nach Steigung des Weges als nach Gangart: ebene Strecke oder bergab ca 60-70, leichte Steigung 90-100 Schläge pro Minute. Ob und wann der Puls sprunghaft ansteigt, kann ich beim besten Willen nicht erkennen. 

Egal, für den Maximalpuls brauche ich eine ordentliche Galoppstrecke, ich habe auch schon eine gute Strecke im Kopf, leider finde ich sie heute nicht. Wir haben hier ein wunderbares Ausreitgelände, viel Wald, viel Bergauf/Bergab, aber halt nicht so arg viele lange Galoppstrecken. Die richtig guten sind alle ein Stückchen weg, also da, wo ich mich nicht so gut auskenne. Und heute habe ich wohl irgendwo die falsche Abzweigung genommen. Galoppieren tun wir trotzdem (wenn Tammi es schon so nett anbietet), allerdings auf einer Strecke, auf der ich sehr auf den Weg (Steine, herabhängende Äste, etc.) achten muss und nicht so richtig Stoff geben kann. Hier kommen wir auf ca 190 Umdrehungen. Nach mehreren kurzen Galopps (Galoppen, Galoppaden?) versuche ich Atemfrequenz, Puls und Uhr gleichzeitig im Auge zu behalten, wegen der Erholungsdauer und mir das Ergebnis irgendwie zu merken. Was soll ich sagen, hat nicht so geklappt. 

Aber ich lasse mich nicht entmutigen und versuche, dran zu bleiben. Sollten daraus irgendwelche Erkenntnisse erwachsen, lasse ich euch gerne teilhaben…

Verträumt

*Bild ist nachbearbeitet*

Hier ist das Ergebnis meines ersten Pferde „Shooting“ (will heißen, ich habe nicht einfach losfotografiert, sondern mir vorher ausgedacht, was ich wann, warum, wie auf dem Bild haben möchte). Anlass waren die ungarischen Halfter auf dem Bild, der Verkäufer hatte mich um ein Foto der Halfter an meinen Pferden gebeten. Trotz der helfeden Hand meines Mannes, fand ich es sehr schwierig, die Beiden gut in Szene zu setzen. Natürlich ist nicht genau das auf dem Bild, was ich mir ausgedacht hatte, trotzdem finde ich es ganz hübsch 🙂

Vorsicht Fotofalle!

Fotos sind generell mit Vorsicht zu betrachten, bilden sie doch immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit ab. So auch meine Fotos und da ich Freunde an „schönen“ Bildern habe, an Harmonie, leuchtenden Farben und stimmungsvollem Licht, wähle ich Motiv und Ausschnitt entsprechend. 

Darüber hinaus bin ich vor einiger Zeit zufällig auf die YouTube Videos von Wiebke Haas gestoßen und das hat in mir die Lust an der Pferdefotografie und der Bildretusche geweckt. Es macht mir einfach Spaß, in einem Foto Dinge so zu verändern, dass ein Bild daraus wird. Das reicht von kleinen Korrekturen am Bildausschnitt und der Farbstimmung, bis hin zum Entfernen ganzer Bildelemente und manchmal wird sogar am Pferd etwas gestaucht, gedehnt, geglättet.

Auf meinem Blog vermischen sich diese Bilder mit Inhalten, die gründlich recherchiert oder lange bedacht und ehrlich geschrieben sind. 

Damit nicht der Eindruck entsteht, hier stehen nur makellose Pferde auf endlosen Weiten ohne Zaun und Wasserfass, werde ich bearbeitete Bilder mit einem kleinen Vermerk kennzeichen. 

Hier ein paar vorher/nachher Beispiele: