


Autor: ponyglueckundponykummer
Frühling in der Mordach






Fertig
Mit nur zwei Wochen Verspätung ist unser Umbau fertig geworden, die zwei Norweger-Stuten sind eingezogen und fühlen sich sichtlich wohl.


Das Fenster zu den beiden Herren nebenan wird eifrig genutzt. Es ist insgesamt schön offen und luftig geworden, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Wir finden, es ist sehr schön geworden 😊
Und jetzt noch der Feinschliff:
Basteln für Mütter – Matschhose
Ganz einfach eine Matschhose selbst gemacht. Man nehme ein Kind von etwa 11 Monaten und eine Hose in der passenden Größe. Jetzt nur noch dem Kind die Hose anziehen, ein passendes Matschloch auswählen und Kind loskrabbeln lassen. Voilá, fertig ist die Matschhose

Wir sind schon in der Massenproduktion 😃
Futtereimer
Ein neuer Satz Futtereimer, Maschinengespült, in Desinfektion gebadet, von Hand gespült und beschriftet – juhu!
1000 Dank an das Café mit den besten Schokocroissants, Küchlein, Obstsalaten, dem nettesten Team und der kuscheligsten Atmosphäre in Frankfurt. Danke Café Kante für‘s eifrige Joghurtbecher sammeln!
Und ich werde noch viiiiiele Schokocroissants futtern, denn nach und nach möchte ich alle unsere Eimer erneuern. Und das sind stattliche 252 Stück…Mein Mann hat unser Fütter-System erdacht und es wurde schon häufig gelobt und gelegentlich kopiert: zu jeder Box gibt es 14 Eimer. Für jeden Wochentag ein Morgen- und ein Abendeimer. Beschriftet sind sie mit dem Wochentag und der Boxennummer. Für morgens und abends gibt es unterschiedlich farbige Deckel. So kann jeder Einsteller das Futter für sein Pferd für eine komplette Woche vorbereiten und dabei sogar für verschiedene Wochentage unterschiedliches füttern, z.B. wenn das Pferd regelmäßig an einem Tag mehr/was anderes/ein Medikament bekommen soll… Wir nutzen als Futtereimer leere Joghurtbecher, die man wahlweise bei ebay in großen Mengen kaufen, oder eben beim Café seines Vertrauens sammeln kann. So sind alle Eimer gleich groß und alle Deckel kompatibel. Alle vollen Eimer stehen ordentlich nach Tag und Tageszeit sortiert in einem großen Regal. Zur Fütterungszeit nimmt man alle Eimer aus z. B. Regalfach „Samstag Morgen“ und leert den Eimer mit der „1“ in die Futterkrippe der Box No. 1 u.s.w.. Nahezu idiotensicher, bekomme selbst ich hin 😉Nachmachen natürlich erlaubt, noch bessere Ideen sind ebenfalls immer willkommen!So sieht das im Regal aus:
Und der Nachwuchs hat auch Spaß (und ganz eigene Ideen) mit den Futtereimern:
Kleine Extras schreiben wir nach dem gleichen System an eine Tafel:
Noch 12 Tage…
…dann sollen hier Ponys einziehen.

Gestern hat es geschneit, heute ist Frost und wir haben noch keine Dachziegel. Mein Mann ist die Ruhe selbst, gut, dass er gute Nerven hat und ich so viel um die Ohren, dass meine Nerven noch gar nicht mitbekommen haben, dass sie jetzt durchdrehen müssen…
Wir bauen um – Bildergalerie





Büro-Blick
So lässt es sich arbeiten…


Wir bauen um…
…zum gefühlt 3572ten Mal, seit ich meinen Mann kenne. Aus dem Offenstall werden Paddockboxen. Warum eigentlich? Ist Offenstall nicht die ideale Haltungsform?
Ja, Offen- und Laufstallhaltung ist super, wenn:
1. Die Pferde sich gut kennen und verstehen, die Rangordnung einigermaßen geklärt und stabil ist.
2. Die Pferde einer Offen-/Laufstallgruppe zumindest ähnliche Bedürfnisse haben. Das betrifft Futterart und -menge, Wärme-/Kälteempfinden und Bewegungsbedürfnis.
3. Wenn man sehr, sehr viel Platz hat und genug Pferde, um Bedarfsgruppen (Diätgruppe, Allergikergruppe, Quatschkopfgruppe,…) zusammenzustellen.
4. Die Pferdebesitzer ähnliche Vorstellungen z.B. von Sauberkeit, Fütterung und dem Umgang mit Pferden haben.
Wir betreiben einen Pensionsstall, so viel Mühe wir uns auch geben, es bleiben nicht alle für immer. D.h. wir haben Wechsel in der Herde, die Rangordnung muss immer wieder neu diskutiert werden.
Wir haben hier eine bunte Mischung der beliebtesten Freizeitpferderassen, groß, klein, dick, dünn, gesund, kränklich, schüchtern, verspielt, von allem etwas.
Und es sind 17 an der Zahl. Mit den Bedarfsgruppen wird es schwierig, wenn man Herden mit mehr als 2-3 Pferden zusammenstellen möchte.
Deshalb haben wir Paddockboxen. Unsere Pferde sind jeden Tag 8-14 Stunden draußen auf der Weide. Dort haben sie Licht, Luft, Artgenossen zum Spielen und die Möglichkeit, sich zu bewegen.
Die Zeit in der Box gibt uns die Möglichkeit zu individuell bedarfsgerechter Fütterung mit Kraft- und Rauhfutter und ggf. Medikamenten. Kranke Pferde können auch mal ‚drin bleiben‘. Und wir haben jedes Pferd 3x am Tag im Blick und merken schnell, wenn was nicht stimmt.
Die Pferde nutzen die Zeit in der Box um ungestört und unabhängig von Rangordnungskonflikten zu ruhen und zu fressen.
Es ist ein Kompromiss, aber ich finde, es ist ein guter Kompromiss für alle Beteiligten. Unsere Pferde wirken zufrieden und ausgeglichen, unsere Einsteller meistens auch und damit sind auch wir zufrieden 😀
Nur fürchte ich, dass wir nie aufhören werden zu bauen. Als nächstes ist das seit zwei Jahren fast fertige Solarium dran und bis das fertig ist, haben wir bestimmt noch hundert neue Ideen…
Nachtrag vom 8.10.2018: hier noch ein Artikel zum Thema von Dr. Tanja Romanazzi, der mir aus der Seele spricht Tanja Romanazzi Offenstallkonzepte: Ist mein Pferd für den Offenstall geeignet?
Holleuffers Gebisstechnik
Am Wochenende habe ich den Lehrgang „Gebisstechnik“ von Karl-Friedrich Holleuffer und seiner Frau Inge von Holleuffer besucht und es gab ein paar Aha-Momente und auch spannendes, das sich zu merken lohnt.
Zunächst hat mich sehr überrascht, dass auch bei der Wassertrense Druck im Genick entsteht, wenn man am Zügel zieht. Physikalisch erklären kann ich das nicht, habe es aber am Modell selbst deutlich gespürt.
In weiteren Fühl-Experimenten sind wir davon ausgegangen, dass unsere Handfläche ähnlich fühlt, wie beim Pferd Zunge und Laden. Auch die Breite ist in etwa vergleichbar. So haben wir mit unterschiedlichen Gebissen identischen Zug auf unsere flache Handfläche gebracht. Deutlich am unangenehmsten war dabei das doppelt gebrochene Gebiss!
Ebenfalls überrascht hat mich, dass Mischmetalle wie z. B. Aurigan im Verdacht stehen, die Selbstheilungsprozesse im Zahn des Pferdes zu behindern und es Vermutungen gibt, dass auch Probleme im Dünndarm von diesen Mischmetallen kommen können.
Werden an einem Gebissstück Edelmetalle und Nicht-Edelmetalle kombiniert, entsteht ein Elektronenfluss, was dem Pferd unangenehm sein kann.
So macht schon das Material einen großen Unterschied. Die Auswahl an Formen ist schier unendlich und schon kleine Veränderungen verändern die Wirkung. Z. B. übt das Baucher-Gebiss mit seinem kleinen Oberbaum nahezu keinen Druck auf das Genick aus.
Auch das Pferdemaul verändert sich, so stehen beim jungen Pferd die Schneidezähne steiler, zwischen Ober- und Unterkiefer ist mehr Platz. Im laufe des Lebens stehen die Zähne immer weiter vor, es bleibt weniger Platz für das Gebissstück.
Haltung und Fütterung beeinflussen die Zunge: viel Rauhfutter kräftigt die Zunge, da sie ein Muskel ist, wird sie dadurch dicker und kann das Gebiss besser abpolstern, es kommt weniger Druck auf die Laden.
Kein Pferdekopf ist exakt symmetrisch und es gibt Wassertrensen, deren zwei Teile nicht nur unterschiedlich lang, sondern auch unterschiedlich dick sind. Man muss sie dann nur seinem Pferd „richtigrum“ ins Maul legen. Herr von Holleuffer empfiehlt, die Chance zu nutzen, wenn der Pferdezahnarzt das Pferd sedieren muss, sich das Maul seines Pferdes mal von innen zeigen zu lassen. Ggf. kann man sogar verschiedene Gebisse rein legen und schauen, ob sie gut im Maul liegen.
Schön bebildert hat Herr Holleuffer die Muskelkette von der Zunge zum Kreuzdarmbein gezeigt. Verspannungen in der Zunge führen zu Taktfehlern in der Hinterhand.
Jetzt geht‘s weg vom eigentlichen Gebissstück und hin zum Reithalfter und hier gab es eine echte Überraschung für mich: der Nasenriemen (nicht das Sperrhalfter!), in meiner Gedankenwelt gaaaanz böse, ist gar nicht so böse. Richtig verschnallt verteilt der Nasenriemen den Druck am Kopf und stabilisiert den Unterkiefer. Der Unterkiefer und die Kaumuskulatur müssen ohne Nasenriemen allein gegen das Gebiss „gegenhalten“. D.h. wenn ich in der Grundausbildung mit leichter Anlehnung reite, kommt dieser Zug allein beim Unterkiefer an, ich stelle mir das recht anstrengend vor. Mit Nasenriemen kann das Pferd den Kiefer leicht öffnen und die Zügelkräfte verteilen sich am Kopf.
Mit dem Nasenriemen lässt sich sogar die Kopfhaltung beeinflussen! Ist er unterschiedlich breit, verteilt sich auch der Druck unterschiedlich. Ein Nasenriemen, der auf dem Nasenrücken schmal ist und am Unterkiefer breit und weich gepolstert, gibt mehr Druck auf den Nasenrücken und zäumt bei. Umgekehrt (hinten schmal und vorne weich und breit) ist er für Pferde geeignet, die zum einrollen neigen.
Wie stark der Unterkiefer das gesamte Gleichgewicht beeinflusst, haben wir wieder im Selbstversuch ergründet: entspannt hinstellen, Augen schließen und dann Unterkiefer vor, zur Seite, nach hinten schieben. Der ganze Körper folgt dieser kleinen Bewegung. Spannend.
Dem Gipfel der Tierquälerei, dem Hannoveranischen Reithalfter, kann Herr Holleuffer einige gute Eigenschaften nachweisen: richtig verschnallt (!) und überall gleich breit ist es sehr angenehm für das Pferd. Der Druck wird ohne Hebel gleichmäßig verteilt und bei jungen Pferden kommt es nicht an evtl. neu wachsende und schmerzende Backenzähne. Zum Glück ist meine Maus schon 10 Jahre alt und die Backenzähne alle da. Ich weiß nicht, ob ich mich mit einem Hannoveranischen anfreunden könnte…
Auch eine nette Anregung: Kopfstück und Gebiss immer mal wechseln, wir tragen ja auch nicht jeden Tag die gleichen Schuhe.
Interessante Randnotizen: Beim Reiten produziert und schluckt das Pferd weniger Speichel als beim Fressen (irgendwie logisch). Das führt dazu, dass beim Reiten die Magensäure steigt. Eine Pause mit grasen spätestens alle 2 Stunden fördert also nicht nur die Motivation vom Pony ungemein, sondern ist auch noch gesund 🙂
In diesem Sinne mache ich jetzt auch eine Pause (aber nicht mit grasen, sondern mit schlafen). Wenn es mich noch mal packt, liefere ich die restlichen spannenden Fakten aus meinem Kurstag nach…

