Schnurgurt

Kürzlich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem die Vorteile des Schnurgurtes ausführlich beschrieben werden.

Meinen Schnurgurt nutze ich seit vier Monaten und kann dem voll und ganz zustimmen. Tammi und ich haben schon eine Reihe von Gurtungen und Gurten ausprobiert und der Schnurgurt ist der Erste, mit dem Tammi sich kommentarlos gurten lässt. Bei allen anderen Gurten hat sie, trotz redlicher Bemühungen meinerseits, meist böse geguckt und auch mal ärgerlich den Kopf gedreht. Dabei habe ich wirklich alles gegeben: verschiedene TTouches in der Gurtlage, besonders sanftes angurten in mehreren Schritten, ich war schon kurz davor, das Pony auf Magenprobleme untersuchen zu lassen… Der Schnurgurt hat (bis jetzt) die Lösung gebracht!

Nur hatte ich bisher das Problem, dass das Ende des Off-Billet auf der rechten Seite baumelt und mich stört, weil es dabei gelegentlich gegen mein Bein oder meinen Fuß kommt. Doch auch dieses Problem habe ich nun elegant gelöst. Ich habe ein dünnes Bändchen um eine Schnur des Schnurgurtes gelegt, dann durch das letzte Loch des Off-Billet gezogen, einen Knopf eingefädelt und das Bändchen verknotet. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach. Vielleicht kann ein Bild Klarheit schaffen.

Mein Fazit: zeigt das Pony Unmut beim Gurten, ist der (zugegebenermaßen teure) Schnurgurt aus Naturfasern einen Versuch wert. Ich habe meinem Mann und seiner Stute jetzt auch einen bestellt.

Besser reiten ohne Reiten oder Horsemanship Through (Family)Life

Besser reiten ohne Reiten oder Horsemanship Through (Family)Life

Wenn Kinder und Pferde zur Familie gehören, dann wünscht man sich, dass alle gesund und fröhlich sind und das eigene Wohlbefinden sollte auch nicht zu kurz kommen. Ein Ziel, das nicht immer leicht zu erreichen ist. Hier meine Ideen zu diesem Thema:

Ich schaue mir gerne die YouTube Videos von Lisa Röckener an und eines fällt mir dabei besonders auf: Lisa lacht! So herzlich, ansteckend und freudig. Es gibt nur wenige Fotos von mir auf dem Pferd und auf denen schaue ich konzentriert und angespannt. Dabei würde ich behaupten, dass mein Pony mich wirklich glücklich macht. Meine Besser-Reiten-Übung Nummer eins heißt also „lächeln!“. Das Kind quengelt seit gefühlt Stunden? Lächeln! Die Milch brennt an, die kleine Tochter quatscht das Ohr blutig während der pubertierende Sohn Fragen grundsätzlich nur mit „Hm“ beantwortet? Lächeln! Den perfekten Zirkel üben und das Pony driftet über die äußere Schulter? Lächeln!

Neben seelischer ist auch körperliche Fitness unerlässlich für gutes Reiten. Mein persönliches Sportprogramm besteht aus der Yogaübung „Sonnengruß“ am Morgen. Da viele Yoga-Positionen lustige (Tier)Namen haben, lässt sich die kleine Tochter gelegentlich zum Mitmachen animieren. Selten schaffe ich mehr als 4 Wiederholungen, aber selbst das bringt schon was und dauert nur 2 Minuten. Im Yoga habe ich Übung und Erfahrung, völlig neu für mich ist der Bereich „Ausdauersport“. Muss aber sein, gegen Stress und für mehr Kondition! Also habe ich mit dem Joggen angefangen. Sobald ich etwas routinierter laufe, möchte ich entweder die kleine Tochter auf dem Laufrad mitnehmen oder das Pony nebenher traben lassen. Puh, das treibt mir schon beim Schreiben den Schweiß auf die Stirn 😉

Weniger anstrengend ist die „Peitschenübung“. Seit vielen Jahren longiere ich nach dem Longenkurs von Babette Teschen und Tania Konnerth. Dabei muss man die Peitsche sehr genau und dosiert einsetzen, Geschicklichkeit und Kraft sind gefragt. Beides muss ich nicht unbedingt am Pferd üben. Da wir glücklicherweise sehr viel Platz haben, habe ich ein Spiel mit meiner Tochter daraus gemacht: einige leere PET Wasserflaschen werden mit etwas Wasser befüllt (damit sie nicht gleich vom Wind umfallen) und auf unterschiedlichen Höhen aufgestellt. Dazu eignen sich Stufen, der Gartentisch, ein umgedrehter Eimer,… Meine Tochter bekommt einen Carrot-Stick mit einem kurzen Schlag, ich übe mit meiner Longierpeitsche und der schwächeren (in meinem Fall linken) Hand. Jetzt soll abwechselnd eine der Flaschen mit der Peitsche umgeschmissen werden, ohne dass sie quer über den ganzen Hof fliegt. Also mit Gefühl! Thekla hat Spaß und ich kann meine Longier-Fähigkeiten verbessern. Das Spiel eignet sich aber nur, wenn man wirklich viel Platz hat und das Kind das Prinzip des Abwechselns verstanden hat. Haut es wahllos mit der Peitsche um sich oder rennt in den Schlag meiner Peitsche, kann es schmerzhaft werden.

Wie meistert ihr die Herausforderungen einer Familie mit Zwei- und Vierbeinern? Ich freue mich auf mehr Ideen!